Verfahren

Handlaminieren

Aufgrund der geringen Investitionskosten ist dieses Verfahren insbesondere für Kleinserien gut geeignet. Derzeit werden sowohl Kleinbauteile (z. B. Innenverkleidungen) als auch Strukturbauteile (Bugnasen, Frontmasken) unter Erfüllung von internationalen Brandschutznormen hergestellt. Die Grenzen des Verfahrens liegen im Wesentlichen in der Wirtschaftlichkeit bei hohen Stückzahlen, der Bauteilgeometrie und den erreichbaren mechanischen Laminateigenschaften.

SMC-Heißpressen

Dieses Verfahren ist ein geschlossenes Verfahren, welches vor allem für mittlere und große Serien geeignet ist (>1000). Es lassen sich bei geringen Taktzeiten Bauteile mit konstanten Wandstärken und geometrisch anspruchsvollen Details herstellen, welche aktuelle Brandschutzanforderungen nach europäischer Norm erfüllen. Das Rohmaterial ist dabei ein fließfähiges Prepreg auf UP Harzbasis. mit zu beachtenden Verfallszeiten aufgrund der latenten Härtung des Materials unter Temperatur.

RTM (Resin Transfer Molding)

Dieses Verfahren ist ein geschlossenes Verfahren, welches sich ab Stückzahlen von 100 Stück amortisiert. Durch die Injektion von duroplastischen Kunststoffen in die Kavität zwischen Matrize und Patrize werden hochqualitative GFK Bauteile sehr effizient und umweltschonend hergestellt. Die Werkzeuge bestehen aus GFK, verstärkt mittels solider Stahlunterkonstruktionen. Es können mit diesem Verfahren Glasgehalte von bis zu 30 % erreicht werden, wobei spezielle Glashalbzeuge verwendet werden, welche den Harzfluss trotz der hochgefüllten Brandschutz-Harzsysteme ermöglichen.

Die Grenzen dieses Verfahrens sind von dem jeweiligen Einzelfall abhängig, allgemein jedoch  von der Bauteilgeometrie, Mindeststückzahl und den Bauteildimensionen.

RTM-light

Dies ist die Light-Version des RTM Verfahrens, welche sich darin von dem zuvor beschriebenen RTM-Verfahren unterscheidet, dass hier nur geringe Injektionsdrücke aber Vakuumunterstützung zum Tragen kommen. Dabei wird das Werkzeug, bestehend aus Matrize und Patrize, mittels eines umlaufenden Vakuumrings geschlossen. Dieses Verfahren weist die gleichen Vorteile wie das RTM Verfahren auf, jedoch mit einem zusätzlichen Handlingsvorteil (geringeres Gewicht der Oberform) und einem leicht verbesserten Preisvorteil.

Vakuuminfusion

Dieses Verfahren ist ein geschlossenes Verfahren, welches vor allem für Kleinserien geeignet ist (< 40). Die Investitionskosten sind bei diesem Verfahren geringer als beim RTM, da hier nur ein einseitiges Formwerkzeug erforderlich ist.  Das Laminat wird hierbei anstelle einer soliden Patrize (siehe RTM) durch eine Kunststofffolie, an welcher ein Unterdruck anliegt, verpresst. Durch die vorhandenen Angüsse und Absaugungen wird mittels des physikalischen Prinzips des Druckausgleichs das Harz „eingesaugt“. Es lassen sich Glasgehalte von 40 – 55 % erzielen, wodurch gegenüber einem Handlaminat höhere Festigkeiten erreicht werden können. Die Grenzen des Verfahrens liegen hauptsächlich in der Wirtschaftlichkeit.

Prepreg-Bauteilherstellung

Die Prepreg Technologie ist vor allem für Bauteile mit hohen Leichtbau- und Festigkeitsanforderungen geeignet. Es lassen sich Fasergehalte von 50 % realisieren. Das Rohmaterial ist (speziell bei RCS) ein Prepreg auf Epoxidharzbasis, welches unter dem Einfluss von Temperatur und Druck (Vakuumfolie) polymerisiert. Ähnlich dem SMC ist auch hier eine begrenzte Lagerdauer vorhanden, welche durch eine Tiefkühlung verlängert wird. Das speziell für den Schienenfahrzeugbau entwickelte Niedertemperatur-Prepreg-System erfüllt Brandschutzanforderungen nach deutscher und französischer Norm.